Norderney

[von Ulrich Sengebusch]
Mitte des 19. Jahrhunderts beklagte die Bremer Kaufmannschaft die Dunkelheit um Norderney. So wurde in den Jahren 1872 bis 1874 aus Backsteinen der Leuchtturm mitten auf Norderney gebaut, ca. 6 km östlich der Stadt. Am 1. Oktober 1874 wurde in einer Höhe von 54 Metern eine fünfdochtige Petroleumlampe gezündet.
Die aus 1018 Prismen und 24 Linsen bestehende Fresnel-Linse wurde in Paris von der Firma Sautter, Lemonier & Cie. gefertigt und dreht sich noch heute, benötigt 4 Minuten für eine Umdrehung. Das Leuchtfeuer Norderney ist übrigens das einzige linksdrehende Feuer an Deutschlands Nordseeküste.
1930 wurde der Leuchtturm an die Stromversorgung angeschlossen. Aber bis 1959 wurde die Laterne, ähnlich einer Turmuhr, mit einem im Schacht aufgehängten Gewicht angetrieben. Jeden Morgen musste das Gewicht von den Leuchtturmwärtern per Hand hochgekurbelt werden.
Nach 253 Stufen auf der Galerie angekommen, bietet sich ein herrlicher Blick über die Insel und das Meer.
Im Zuge der Weiterentwicklung der Leuchtfeuertechnik wurde im Jahre 1976 das heute elektrische Leuchtfeuer automatisiert. Seit dem 19. Juli hat das Feuer nur noch 18 Strahlen und sendet als Kennung 15 Blitze pro Minute.
Die Feuerhöhe beträgt 59 Meter und die Tragweite des Lichtes 23 sm.
Übrigens: Der Norderneyer gehört mit dem Leuchtturm Greifswalder Oie zu den seltenen Exemplaren, deren Feuer sich links drehen.

Bild © Rolf & Gisela Warfsmann | www.leuchtturm-fewo.de (Ferienwohnungen am Leuchtturm)
Vielen Dank für die freundliche Unterstützung!


Foto © Familie Warfsmann

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