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Schifffahrt

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Fofftein

Auf der Reeperbahn morgens halb zehn
Woran denkt man zuerst, wenn man an Hafen denkt? Na klar, an Schiffer und Schlepper, an Bugsiere und Barken, an Kräne und Kais. Auch an Matrosen und ihre Bräute für eine Nacht. Und die anderen Menschen im und am Hafen, ohne die all das nichts wäre?
„Fofftein" von Ingo Thiel ist eine flotte Hommage an den Hamburger Hafen und an all jene, die den Betrieb tagein, tagaus in Bewegung halten Der Hamburger Hafen ist wohl der ausgedehnteste Arbeitsplatz der Hansestadt, sowohl bezüglich der Fläche als auch hinsichtlich der Anzahl der dort Beschäftigten. Ingo Thiel stellt einige vor, empathisch, sympathisch, mit geschliffener Schreibe: die Lotsen und Werfties, die Hafentaucher und Schiffsbegrüßer. Und selbstverständlich auch den Hafenkapitän Jörg Pollmann, den umsichtigen Steuermann für alle Schiffe, die hier aus der ganzen Welt einlaufen Und er führt zu den Arbeitsstätten, von denen man manchmal nicht einmal ahnt, dass es sie gibt oder noch gibt: zum Beispiel die letzte echte Reeperbahn, wo nach wie vor Seile und Tauwerk geschlagen und gewebt werden Oder die Fahrschule für Kapitäne, der Schiffssimulator im Hamburger Hafen. Und das Fruchtzentrum, ein Bananenparadies.
Die Reportagen und Berichte führen ebenso auch dorthin, wo jeder schon einmal war, der irgendwann Hamburg besucht hat, oder gewesen sein sollte: auf den Fischmarkt, zum Willkomm-Höft, wo jedes Schiff mit der Nationalhymne des Landes begrüßt oder verabschiedet wird, unter dessen Flagge es fährt. Ein lohnender Abstecher gilt dem Internationalen Maritim Museum - das weltweit größte seiner Art. Ein Seitenblick fällt auf die Eibphilharmonie, als Projekt nicht unumstritten, als Baustelle unbedingt faszinierend.
Faszinierend auch all die anderen Orte, die samt den dort tätigen Menschen aufgesucht werden So hat man den Hamburger Hafen noch niemals gesehen Bleibt eine Frage: Wieso „Fofftein"? Ist Plattdeutsch, bedeutet „fünfzehn" und bezeichnet die Viertelstunde Frühstückspause: Pott Kaffee, Stulle Brot, was zu lesen. Dieses Buch zum Beispiel.

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Abenteuer Hamburger Hafen

Wolfgang Schirmer porträtiert in dem Bildband „Abenteuer Hafen Hamburg" aus dem Delius Klasing Verlag einen der geschäftigsten Handelsplätze und einen der buntesten Orte der Welt. Auf 87 km2 begegnen sich hier in einem Gewirr von Kais und Kränen Riesencontainer aus Rio und Schanghai mit Binnenschiffen aus Minden oder Magdeburg. Das Buch bietet einen Blick hinter die Kulissen dieses turbulenten Theaters, das von einer unsichtbaren Regie wohl geordnet wird und darum (meist) reibungslos funktioniert.
12 Kapitel machen mit dem Abenteuer Hafen Hamburg vertraut und zwar unter ganz verschiedenen Aspekten. Da berichten zwei Lotsen von ihrer diffizilen Arbeit, wenn sie ein 300-Meter-Schiff übernehmen und sicher zur Reede bugsieren. Da werden Hafentaucher bei ihren Unterwasserinspektionen begleitet. Ein Besuch gilt einem der unwirtlichsten Orte in diesem Gelände, dem Schrottplatz des Hamburger Hafens. Und auch die Kunstobjekte auf der Elbe finden Beachtung. Porträtiert werden Menschen, die im und vom Hafen leben: der Hafenkapitän Jörg Pollmann, der Regisseur im Hintergrund, oder Käpt'n Schwarz, der die besten Fischbrötchen verkauft. Apropos: Der legendäre Fischmarkt, Teespezialitäten aus der Hafen City und die Spitzengastronomie in den Hafenrestaurants (kulinarische Genüsse gehören zum Hamburger Hafen unbedingt dazu) finden darum auch gebührende Aufmerksamkeit in diesem reich bebilderten Buch.
Diese Abbildungen sind oft ein Abenteuer für sich. Der Blick von der 30 Meter hohen Kommandobrücke eines Supercontainers, ein Lotsenboot vor der gewaltigen Bordwand eines anderen schwimmenden Riesen, die eindrucksvollen Gesichter der Menschen oder Impressionen vom Hafen bei Nacht, all das schmeckt wie ein Seemannskuss: nach Meer.

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NORDIC Notschlepper Nordsee

Wasser dringt in den Schiffsbauch ein, an Bord kommt es zu einer Explosion oder die elektrischen Steuerungsgeräte fallen aus. Diese oder andere Notsituationen können Schiffe zu Havaristen machen.
Damit eine Havarie nicht zur Katastrophe wird, werden große Hochseeschlepper, so genannte Notschlepper, eingesetzt. Ihre Aufgabe ist es, zu den im Wasser manövrierunfähig treibenden Schiffen eine Schleppverbindung herzustellen und so zu verhindern, dass sie auf die Küste zutreiben können. Dies ist so lange nötig, bis die Manövrierfähigkeit des Havaristen wiederhergestellt ist oder ihn kommerzielle Bergungsschlepper übernommen haben.
Zur Zeit gibt es drei Notschlepper für den Nordsee-Raum. Im Juni 2006 beschloss das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) den Bau eines neuen Notschleppers. Bei einer europaweiten Ausschreibung setzte sich die von den drei größten deutschen Schleppreedereien gegründete Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz (ARGE) durch. Der neue Nordsee-Notschlepper NORDIC ist ab Januar 2011 zunächst für 10 Jahre an das BMVBS verchartert.
Ab dem 1. Januar 2011 wird der neue Notschlepper mit über 200t Pfahlzug und 19,7 Knoten Höchstgeschwindigkeit den Bergungsschlepper BMS OCEANIC ablösen. Nicht nur, dass der neue Schlepper extrem leistungsfähig ist, er ist auch weltweit als erster Notschlepper durch außenluftunabhängige Betriebsmöglichkeiten in der Lage, havarierten Schiffen, bei denen giftige oder explosive Stoffe austreten, zu helfen.
Dieses vorliegende Buch dokumentiert die Entwicklungsgeschichte des Notschleppers NORDIC von der politischen Entscheidung bis hin zur Indienststellung und veranschaulicht aus einer einzigartigen Perspektive in Bild und Text den Bau und die Erprobung dieses faszinierenden Schiffs.

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Die letzten großen Segelschiffe

Die „Kathedralen der Meere" feiert das Buch „Die letzten großen Segelschiffe" aus dem Delius Klasing Verlag. Otmar Schäuffelen hat einst damit begonnen, ein Archiv der noch aktiven Großscglar aufzubauen, Herbert Böhm hat dieses Kompendium kenntnisreich und engagiert fortgesetzt. Die Früchte ihrer jahrelangen Arbeit finden sich hier in Gestalt eines weltweit einmaligen und nun komplett überarbeiteten Standardwerks.
Sind sie auch rar geworden, völlig verschwunden sind die Großsegler von den Meeren und aus den Häfen durchaus noch nicht. Davon zeugen die rund 500 Exemplare aus 54 Ländern, die hier vorgestellt werden: samt Hauptabmessungen und Takelage, Besatzungen und Verwendung sowie ihrer jeweiligen Geschichte vom Stapellauf bis zur Gegenwart. Zu jedem der Schiffe gibt es ein kurzes Profil, bestehend aus einem Text, einer Tabelle und einem Bild, das es mit voller Beflaggung zeigt. Die Sortierung erfolgt nach Nationen: von Äquatorialguinea bis Venezuela. Dass Länder wie Deutschland, die Niederlande, die USA und Großbritannien dabei den größten Raum einnehmen, verwundert nicht: Die „Cutty Sark", die „Gorch Fock", die „Alexander von Humboldt" oder die „Star of India" haben in dem Band ihren selbstverständlichen Stammplatz. Weniger bekannte Nationen glänzen mit besonderen Juwelen: der Oman etwa mit der stolzen „Shabab Oman" oder Vanuatu mit der schmucken „Alvei". Einer der letzten Fünfmaster, das Kreuzfahrtschiff „Royal Clipper" mit seinen 42 Segeln, hat einen unerwarteten Heimathafen: Luxemburg.
Großsegler werden nach wie vor gebaut: Die „Sea Cloud Hussar" aus Malta läuft 2011 vom Stapel. Hier ist sie bereits aufgeführt. Mit seiner Vollständigkeit, Gründlichkeit und Aktualität nimmt das Buch zu Recht für sich in Anspruch, ein Standardwerk zu sein.

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Frohe Ostern, HANSA STAVANGER

„Frohe Ostern, HANSA STAVANGER!" Spannender kann ein Buch nicht sein. 121 Tage, von Ostern bis zum Sommer 2009, war das Containerschiff ,HANSA STAVANGER' in der Hand somalischer Piraten. Das bedeutete vier lange Monate Warten, Hoffen, nicht Verzweifeln. Was Kapitän Krzysztof K. Kotiuk mit seiner Besatzung durchgemacht hat, erzählt er in diesem bewegenden Buch aus dem Delius Klasing Verlag. So hautnah ist der Bericht, so heftig belebt mit schockierenden Fotos, dramatischen Dialogen an Bord und packenden Dokumenten aus dem Funkverkehr, dass den Leser das Gefühl übermannt, unmittelbarer Zeuge der Vorgänge zu sein. Und man begreift, wie sehr hinter einer abstrakten Nachrichtenmeldung leibhaftige Schicksale stecken.
Eine Begegnung mit Piraten ist kein romantisches Spiel, sondern eine Konfrontation auf Leben und Tod. Die Angreifer, meist arme Schlucker aus einem der trostlosesten Länder der Welt (mit freilich schwerreichen Hintermännern), haben nichts zu verlieren Diese Verzweiflung macht sie gefährlich und weil ihre Sprache unverständlich ist, wirken sie erst recht unberechenbar. Die Angegriffenen aber sind in einer Situation, auf die sie niemand vorbereitet hat: alleingelassen in fernster Fremde, schmerzlich getröstet von den Lieben daheim. Dazu in den quälenden vier Monaten ein spärlicher Informationsfluss seitens der Reederei. Und auch wenn die Piraten meist keine blutrünstigen Monster sind, sondern sich an die vogelfreien Regeln halten, so weiß man doch nie, wie alles ausgeht.
Auf einem Schiff ist alles geordnet und sauber. Durch die Piraten an Bord gerät nicht nur die innere Welt durcheinander, sondern auch die äußere Umgebung. Plünderungen, Vandalismus: Mit jedem der 121 Tage wächst mit der Furcht auch das Chaos. Die Bilder zeigen anschaulich, wie sich die ,HANSA STAVANGER' im Laufe der Zeit in einen Ort des Grauens verwandelt. Am Ende dieses Buches sieht man die Welt der Piraterie mit anderen Augen.
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Die Geschichte der Navigation

[von Ulrich Sengebusch]

Noah vertraute auf Gott, irgendwo, irgendwann wieder Land unter dem Kiel zu haben. Odysseus war 10 Jahre durch das Mittelmeer gefahren. 2000 Jahre später war der Sagenheld „Sindbad“ unterwegs und beschrieb schon genauer Küsten, Hafenstädte und ihre Bewohner samt deren Eigenarten.
War zuvor das Mittelmeer Mittelpunkt der Welt und der Seefahrer, so änderte sich dieses auch durch fortgeschrittene astronomische Kenntnisse …
Dr. Friedrich-Wilhelm Pohl beschreibt auf den ersten Seiten seines Buches recht amüsant und detailliert – mit einem Schmunzeln zu lesen - die Geschichte der Seefahrt.
Nicht minder kurzweilig und kenntnisreich sind die weiteren Kapitel geschrieben. Mit vielen interessanten Beschreibungen zu Land und Leuten.
Wie aber war der Weg vom „in die Sterne gucken“ bis hin zu GPS? Viele Fotos und Zeichnungen belegen auf 122 Seiten die Entwicklung vom „Trockenkompaß mit Peilaufsatz“ aus dem Jahre 1783, dem Jakobsstab, den Sextanten, den Leuchtfeuern bis hin zu einer Kommunikationsanlage aus dem Jahre 1998 und einer Beschreibung zu GPS, DPS ...
Das letzte Kapitel ab Seite 123 ist überschrieben: „Alles automatisch – von der integrierten Brücke bis zur Zukunft“.
Darstellungen alter Seekarten und Fotos alter Schiffsmodelle entführen den Leser in eine ganz alte Zeit.
Ein sehr verständlich und in guter Laune mit fundiertem Wissen geschriebenes Buch mit vielen interessanten, scheinbar „nebensächlichen“, Informationen.
Genau das Richtige für die Herbstabende. Oder als Geschenk zu Geburtstagen oder zu Weihnachten. Erschienen in der 3. Auflage bei Köhler / Mittler in Hamburg
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Erwachsen werden in Sturm und Stille

Der Alltag eines Schiffsjungen Anfang des 19. Jahrhundert auf einem Frachtsegelschiff, authentisch dargestellt durch sein überliefertes Berichtsheft. Spannende Momente prägen den Alltag an Bord.
Grundlage dieses Bandes war das Original-Berichtsheft mit den Aufzeichnungen des Schiffsjungen Enno Rudolph Koch, gefunden in einem Bürgerhaus des friesischen Städtchens Esens im Jahr 2004. Darin schildert der 18jährige im Jahre 1903 eine Segelschiffsreise auf dem Bremer Frachtsegler ARTHUR FITGER um Kap Hoorn zur Westküste Amerikas.
Dieser Bericht steht im Mittelpunkt eines Schulprojekts, das am Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven mit Schülerinnen und Schülern einer 7. Klasse des Internatsgymnasiums Esens durchgeführt wurde. Die Publikation vermittelt in anschaulicher, leicht verständlicher Form Grundkenntnisse über den Alltag auf Frachtsegelschiffen vergangener Zeiten.
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Schlafende Schiffe

Die Überreste versunkener Schiffe aus längst vergangenen Zeiten üben nicht nur auf Unterwassersportler eine besondere Faszination aus. Fast jeder, ob Historiker, Taucher oder Abenteurer, hat sich schon einmal ausgemalt, wie es wäre, in den Wracks zu tauchen, durch das Schiffsinnere zu schwimmen und dem Geheimnis der einstigen Katastrophe auf die Spur zu kommen. Die 17 berühmtesten Wracks des Roten Meeres sind jetzt in dem wunderschönen Bildband Schlafende Schiffe vereint. Das Buch liefert sowohl historische Informationen zur Geschichte der Schiffe und ihres Untergangs als auch Tipps und Tricks zum Betauchen der Wracks. Zu jeder der versunkenen Schönheiten gibt es eine einzigartige, detailgetreue Zeichnung der Gesamtansicht, die auf der Vorlage von 600 bis 1000 Fotos basiert und von dem weltbekannten Wrackzeichner Rico Oldfield angefertigt wurde. Lassen Sie sich faszinieren von seinen Bildern und tauchen Sie ein in eine faszinierende Unterwasserwelt.
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Der Hambuger Hafen

„Der Hamburger Hafen" in seiner ganzen Schönheit, auch Rauheit, ist das Lustobjekt eines bunten Bilderbuchs, das Michael Pasdzior in der Edition Maritim des Delius Klasing Verlags vorgelegt hat. Der (selbstredende Hamburger) Fotograf hat sich samt Kamera auf eine Erkundungstour ins Hafenbecken begeben und das ganze sinnliche Gewimmel und die imponierende Vielfalt, die hier herrscht, in ansprechenden Bildern eingefangen.
Die Schuten und Schiffe, ob klein oder riesig und allesamt bunt, die Großwerft von Blohm + Voss, das Kranballett und die Containerparaden aus aller Herren Länder - das alles mischt sich in diesem Bildband zu jener verwirrenden Fülle zusammen, die den größten der deutschen Seehäfen seit jeher ausmachen. Weitere Reize tragen die Fleete bei und die Speicherstadt, deren alte Gestalt ein wenig unheimlich wirkt, im nüchternen Kontrast zu den Bauten der Moderne mit ihrem freilich gleichen Rotbraun. Reizvoll ist auch der Mastenwald, der einst von großen Seglern gebildet wurde: Hieran und an den Hafenalltag in alter Zeit erinnert ein Kapitel mit atmosphärischen Bildern aus dem Archiv.
Abstecher nach Oevelgönne, Neumühlen und Blankenese runden diesen herrlichen Streifzug durch den Hamburger Hafen ab. Bereichert wird das Buch durch Texte, die von der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft des Hafens und seiner Umgebung erzählen und nicht zuletzt davon, wie dieser Riesenbetrieb funktioniert. Der Fotograf steht mit dem Hafen auf Du und Du, und er ist auch dabei, wenn der im Mai Geburtstag feiert. Seine Bilder schmecken nach Salz und klingen nach Möwengeschrei.
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Schiffsspeisekarten (aus der Sammlung Peter Tamm)

[von Ulrich Sengebusch]
Hotelfachangestellte, die für ihre bevorstehende Prüfung noch ein Menue zusammenstellen müssen, werden in diesem Buch fündig, für die Zutaten vielleicht nicht auf dem Wochenmarkt.
Grafiker, die die Speisenkarten der Hotelfachangestellten gestalten dürfen, werden auf 160 Seiten fündig, Ideen neu zu übersetzten.
Wenngleich der Titel „Schiffsspeisenkarten“ heißt, so ist dies etwas irreführend. Mit großem Vergnügen habe ich den Text von Alexander Rost gelesen. Beschreibt er doch recht launig, dass es auf dem ersten Schiff der Menschheit, der Arche, wohl noch keine Speisekarte gab und alle Tiere paarweise das Boot verlassen haben.
Wie war es, als Odysseus mit seinen Mannen auf Irrfahrt war? Oder die Wikinger, die gen Amerika aufbrachen? Mit Sicherheit stimmte dieser Spruch, der Sokrates zugeschrieben wird: „Wir leben nicht um zu essen. Sondern essen um zu leben!“
An Bord der Schiffe der Wikinger wurde nicht gekocht und das Wort „Vitamine“ ist erst 1912 geprägt worden.
Tolle Zeichnungen von über alle Masten geflaggten Koggen täuschen darüber hinweg, dass diese Schiffe mit reichlich Seeleuten besetzt waren, wissend, dass viele von ihnen, an Skorbut erkrankt, „über Bord“ gingen.
Man muss das Buch einfach mal lesen und die Zeichnungen der Speisekarten etwas außen vor lassen.
Was wäre die Nordseeküste ohne die „Tote Tante“ oder den „Pharisäer“? Erst die Piraten haben dafür gesorgt, dass Rum an die Küste kam und sie waren es, die Fässer mit einem Nahrungsmittel füllten, welches endlich „Skorbut“ verhinderte: „Sauerkraut“!
Somit brach auch in der Kombüse für den Koch eine neue Zeit an.
Nicht nur für ihn – auch die Seefahrt war im Umbruch … vom Segler zum Dampfschiff für „Schöne und Reiche“ - und somit änderten sich nicht nur die Esskultur und die Speisekarte.

Ich habe Euch nur die ersten Seiten beschrieben – es ist mehr ein spannendes Lese – als nur ein Bilderbuch.
Viele Speisekarten und Fotos runden das Gesamtbild ab – für mich bleibt es ein spannendes Lesebuch. Link zur Amazon-Anzeige*

„Schiff-Simulator 2008"

Einmal Kapitän sein: Der „Schiff-Simulator 2008" schafft dafür die perfekte Illusion. Als Kapitän eines Öltankers, eines Containerschiffs, der Titanic, eines Rettungsschiffs oder eines Powerboats steuert man über Ozeanwellen, erfüllt seine Mission und reist von Hafen zu Hafen - bei Tag und bei Nacht.
Für alle Freunde des Wassersports, die gern auch am PC ihrer Leidenschaft nachgehen, stellt die neue Version des „Schiff-Simulators" einen Meilenstein der Computeranimation dar. Von nun an kann man Schiffsreisen von Hafen zu Hafen vornehmen und mit San Francisco, Marseiile und Southampton/Solent neben den aus früheren Versionen bekannten Zielen drei neue hochinteressante maritime Orte ansteuern.
Der Spieler lenkt verschiedene Schiffstypen vom Containerschiff oder der Titanic bis zum Tanker, vom Rettungsschiff oder einem Powerboat bis zur Bohrinsel - alle komplett mit Steuerbrücke und der Möglichkeit, sich auf dem Schiff frei zu bewegen, ausgestattet. Als Kapitän kämpft man mit realen Schwierigkeiten wie Strömungen und großen Wellen. Mit dem „Schiff-Simulator 2008" können erstmals Schiffe auch bei Nacht eindrucksvoll durch Häfen und übers Meer gesteuert werden. Als besonderes Feature bietet der Schiff-Simulator die Möglichkeit, Container mit vom Spieler steuerbaren Kränen auf- und abzuladen.
Viele weitere kleine Details, wie neue Navigationsinstrumente, umfangreichere Vertäumöglichkeiten, neue Missionen wie Rettungsaktionen bei einer Havarie, Umschiffen von Eisbergen oder Schleppen von Bohrinseln runden den „Schiff-Simulator 2008" ab und machen ihn zu einem überaus attraktiven Simulationsspiel.
„Schiff-Simulator 2008"
Öltanker, Bohrinseln, Ladekräne, Ozeanwellen, Fahrten von Hafen zu Hafen. Link zur Amazon-Anzeige*

Seenotkreuzer der DGzRS

Die Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind schiffbauliche und rettungstechnische Meisterwerke. Sie begeistern durch Technik, Eleganz und vor allem durch Leistung. Besonders bei Seenotfällen in Schlechtwettersituationen erfüllen diese Spezialschiffe kompromisslos den Zweck, für den sie konstruiert und gebaut wurden: den maritimen Such- und Rettungsdienst, international unter der Bezeichnung SAR (Search and Rescue -- Suche und Rettung) zusammengefasst.
Zu Beginn der 50er Jahre begann man bei der DGzRS mit den Planungen für ein innovatives Rettungsfahrzeug. Zentrale Anforderungskriterien waren für die Konstrukteure die Faktoren Geschwindigkeit, uneingeschränkte Schwerwetterfähigkeit, die Fähigkeit zum Durchkentern, absolute Robustheit von Rumpf und Aufbauten sowie die Möglichkeit eines zuverlässigen Tochterbootbetriebes. Nach umfassenden Praxiserprobungen mit den Prototypen BREMEN und HERMANN APELT wurde im Februar 1957 mit der THEODOR HEUSS der erste serienreife Seenotkreuzer in Dienst gestellt. Dieses schiffbauliche Konzept hat für die DGzRS bis heute Bestand, wurde von ihr ständig weiterentwickelt und modernen technischen Entwicklungen angepasst.
Band I der Serie "Die Seenotkreuzer der DGzRS" markiert die erste Generation bis zum Jahr 1969: beginnend mit der Entwicklungsgeschichte über die Einheiten der HEUSS- und der BREUSING-Klasse, die PAUL DENKER als Einzelkonstruktion sowie die vier Schiffe der Typenreihe SCHÜLKE. Insgesamt dreizehn spannende Kapitel der DGzRS-Geschichte.
Neben detaillierten technischen Informationen sowie historischen Daten findet der Leser zu jedem Seenotkreuzer eine Geschichte aus einem weiten
Themenfeld: Spektakuläre Einsätze und Bordroutine, technische Highlights und herausragende Ereignisse im Leben eines Schiffes. Ein spannendes Lesebuch mit dem Mehrwert eines Nachschlagewerkes. Eine Fülle von zum großen Teil bisher unveröffentlichten Fotos aus dem Archiv der DGzRS, aus verschiedenen Privatarchiven sowie aus Fotoalben verschiedener Vor- und Rettungsmänner bietet ein breites einzigartiges Bildspektrum.
Die beiden Autoren sind exzellente Kenner der Materie. Dr. Sven Claußen lebt und arbeitet als Zahnmediziner in Oldenburg. Seit seiner Jugend beschäftigt er sich intensiv mit der DGzRS und hat ein umfangreiches Privatarchiv zusammengetragen. Ulf Kaack ist seit mehr als 20 Jahren journalistisch und publizistisch tätig. Seit Anfang 2002 ist er im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DGzRS beschäftigt.
Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag www.peterkurze.de.

Elbaufwärts

[von Ulrich Sengebusch]
ELBAUFWÄRTS - wie kommen Seeschiffe in den Hamburger Hafen … und die Docks von Blohm + Voss?
Man sagt der Queen Mary 2 nach, dass sie auf einer "Briefmarke" wenden kann um in den Dock von Blohm + Voss einlaufen zu können.
Wie aber kommt sie von der Nordsee bis in den Hamburger Hafen? Machen wir die Frage nicht an der Queen Mary 2 fest. Sei ein Containerschiff auf dem Weg von der Nordsee bis in den Hamburger Hafen begleitet. Kann ein Kapitän sein Schiff einfach elbaufwärts den Hamburger Hafen ansteuern? Nee! 24 Stunden vor der Ankunft muss eine Liegeplatzgenehmigung vorliegen. Länge, Breite, Tiefgang sind unter anderem davon abhängig, wann das Schiff die Elbe befahren darf.
Und noch weit vor Cuxhaven kommt der Seelotse an Bord, den Kapitän bei der Navigierung durch das Fahrwasser der Elbmündung zu unterstützen. In Brunsbüttel geht er von Bord und der Elblotse übernimmt das "Ruder" bis kurz vor Hamburg. Dann übernimmt der Hafenlotse die Einweisung bis zum Anleger, in Verbindung mit den Schlepperkapitänen.
Dies in kurzer Beschreibung auf ein sehr gutes Buch, welches den Weg eines Schiffes in den Hamburger Hafen beschreibt. Der Autor Bernd Grützmacher hat kein Thema ausgelassen: Geschrieben: Wenn der Kapitän aufs Klo muss, dass er von diesem Ort ab Sitzhöhe im verglastem Raum auch noch den Überblick über die Fahrt des Schiffes hat. Zumindest auf neueren Schiffen. Schiffsmanöver im Hamburger Hafen; Festmacher - der vielleicht härteste Job im Hamburger Hafen … auf 103 Seiten ist zu lesen wie Schiffe von der Nordsee mit Hilfe der Lotsen elbaufwärts in den Hafen von Hamburg gelangen und … alles weitere ist in diesem Buch nachzulesen. Mehr als 100 farbige Fotos, See- und Landkarten runden das Werk ab - mit Kurzinfos im jeweiligen blauen Kasten.
Mögen manche Radarbilder oder Passagemeldungen nur dem Eingeweihten etwas sagen. Und ab Seite 83 wird die Arbeit im Dock beschrieben - muss man einfach nachlesen. Höchst spannend "ELBAUFWÄRTS" ist ein Buch, welches die Arbeit der Lotsen, der
Schlepper und der Festmacher beschreibt. Einfach faszinierend zu lesen.
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Gestrandet

[von Ulrich Sengebusch]
Tim Schwabedissen belegt auf 182 Seiten in seinem Buch „Gestandet – Schiffsunglücke vor der Nordseeküste“, dass es in dieser See oft auch „just out of time“ heißen kann.
Du wirst dich dessen erinnern, dass vor einigen Jahren im Ärmelkanal ein Frachter mit einer Ladung Nobelkarossen versank. „Just out of time“!
Um solch spektakuläre „Unfälle“ geht es in diesem Buch nicht. Aber dieses zu lesen ist allemal weitaus spannender, als in der Tageszeitung von Kollisionen im Ärmelkanal, auf der Elbe oder der Ems zu erfahren, so unbegreiflich diese manchmal erscheinen.
Tim Schwabedissen beschreibt in seiner Einführung den Drang der Menschen, das Meer zu erobern; die Problematik des sich immer wieder verändernden Fahrwassers; geht kurz auf die Geschichte der Seenotrettung ein und die weiteren Seiten müssen gelesen, in Gedanken erlebt und mitgefühlt sein.
Als „Mahnmale des Scheiterns“ liegen auf der berüchtigten Sandbank „Großer Vogelsand“ – nördlich des Fahrwassers vor der Elbemündung - die Wracks der ONDO und der FIDES, südöstlich vor Amrum liegt seit 1998 die PALLAS – vielleicht noch im Gedächtnis. Um nur einige „Gestrandete“ zu nennen, denn die ONDO befindet sich in Gesellschaft von nicht weniger als 8 weiteren Wracks.
Die ungezählten schwarz-weiß Fotos dokumentieren die enorme Kraft von Wind und Wellen, die bei Herbst- und Winterstürmen nicht den kleinsten Fehler auf der Kommandobrücke verzeihen. Zeigen aber auch Rettungs- und Bergungsversuche.
Diese Bilder und der Text lassen den Leser gegenüber dieser Naturgewalt recht nachdenklich werden.
Mit einem Titel des Liedermachers Hannes Wader gesagt: „Heute hier, morgen dort.“ So liegt kaum kein Wrack morgen noch an der Stelle, wo es heute liegt und warum das so ist, ist in diesem Buch nachzulesen. Ebenso ist beschrieben, wie manches Schiff „mal eben“ im Sand versinkt.
Ab der Seite 184 wird ein wenig „Seemannslatein“ abgedruckt – Übersetzungen von Begriffen aus der Seefahrt ins Hochdeutsche.
Als Hilfestellung zur Orientierung habe ich in dem Buch eine Übersichtskarte vermisst. Link zur Amazon-Anzeige*

Meyer Werft Innovativer Schiffbau aus Papenburg

[von Ulrich Sengebusch]
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Schifffahrt weltweit

[von Ulrich Sengebusch]
In seinem Vorwort beschreibt der Autor Eberhard Petzold die Frachtschifffahrt als beeindruckendes weltumspannendes, ununterbrochen arbeitendes Netz. Als geniales Transportwesen, welches sich präzise an Bedürfnissen orientiert. Lieferung „just in time“.
Für dieses Buch ist der Autor 3 Jahre lang auf Containerschiffen, Massengutfrachtern und Tankern über die Weltmeere gefahren und hat sich an Bord, in Werften und an Land umgesehen. Diese Zeit hat E. Petzold in seinem Buch „Schifffahrt weltweit“ mit Text und Fotos festgehalten.
„Festgehalten“ ist ein Stichwort: 208 Seiten hat dieses Buch im Format 24 x 30 und beinhaltet 174 Farbfotos, deren Betrachtung in den Details oder wegen der manchmal außergewöhnlichen Perspektive den Leser, die Leserin festhalten. Die mit kurzem begleitenden Text versehen zum Teil atemberaubenden Fotos sprechen für sich! Vom Oberdeck, im Maschinenraum, von der Arbeit auf der Werft, von Gassen in Vietnam. Sie verklären keineswegs die Seefahrerromantik. Sie gewähren Einblicke in das Leben der Schifffahrt im 21. Jahrhundert und führen den Betrachter in ein Umfeld, welches normalerweise dem Auge verborgen bleibt.
Ob Eberhard Petzold zu beneiden ist? Bei 60° im Maschinenraum und ohrenbetäubendem Lärm Fotos machen? Beim bestialischen Gestank nach Öl?
Das Buch ist in folgende 5 Kapitel eingeteilt: Werften und Schiffbau; Meere und Schiffspassagen; Schiffe und Ladung; Leben und Arbeit an Bord; Häfen und Güterumschlag. Jedem dieser Kapitel hat der Autor einen Text voran gestellt, der Wissenswertes, Stimmungen und Details beinhaltet. Die Fotos lassen Dimensionen erahnen, manchmal in die Ferne träumen. Aus diesem Traum erwacht der Leser schnell, wenn er auf der Seite 65 die Gebühren für die Passage durch den Panamakanal liest ...
Erfreulich ist, dass auch Binnenländer mit dem Text klarkommen.
Dieses faszinierende Buch ist ein Begleiter mit ebenso vielen interessanten Fotos als auch Informationen und wird sicher auch nach mehrmaligem Lesen oder Betrachten in greifbarer Nähe der Leserin, des Lesers stehen. Link zur Amazon-Anzeige*

Gebaut bei Blohm & Voss

[von Ulrich Sengebusch]
Welch ein Augenblick, welch Ereignis: Die „Queen Mary 2“ dreht im Hamburger Hafen und schiebt sich mit Stunden Verzögerung wegen widriger Südostwinde und somit zu wenig Wasser unter dem Kiel langsam ins Trockendock der Hamburger Werft „Blohm + Voss“ um dort einen neuen Anstrich zu bekommen und überholt zu werden.
Trotz der verspäteten Eindockung wurden alle Arbeiten fristgerecht ausgeführt und die „Queen Mary 2“ verließ mit eigener Kraft das Dock, gehalten von einem Schlepper am Heck. Und dann ihre Fahrt auf der Elbe Richtung Nordsee – Bugwellen vor den Polizeibooten und die „Queen Mary 2“ schiebt sich mal einfach so durch das Wasser.
Dieses zur Zeit größte Kreuzfahrtschiff wurde nicht bei Blohm + Voss gebaut. Warum gerade Blohm + Voss als Werft ausgesucht wurde hat eine Geschichte und beim Lesen des Buches „Gebaut bei Blohm + Voss“ von Hans Jürgen Witthöft wird diese ein wenig deutlich.
Blohm + Voss ist heute auch international eine bekannte Werft mit gutem Ruf. Ihre Gründer Hermann Blohm und Ernst Voss haben durch harte Arbeit und unternehmerisches Geschick aus bescheidenen Anfängen heraus den Grundstein zu dem gelegt, was die Werft heute ausmacht. Viele auf der Wert gebauten Schiffe haben in ihrer Art Geschichte geschrieben.
Das erste im Jahre 1880 bei Blohm + Voss gebaute Schiff, die Bark „Flora“, wurde nach langen und vergeblichen Mühen um Aufträge von der Werft als Bau - Nr. 1 für eigene Rechnung auf Kiel gelegt.

„Gebaut bei Blohm + Voss“ ist nicht in erster Linie ein Lesebuch. Von Bau – Nr. 1, der Bark „Flora“ bis hin zum Bau – Nr. 975, der Korvette K 130, sind, sofern Zeichnungen, Pläne oder Fotos auffindbar waren, alle abgebildet, mit der Ausnahme baugleicher Schiffe.
Hans Jürgen Witthöft beschreibt jedes Bild mit Schiffstyp und technischen Daten und schreibt in seinen Anmerkungen vorab: „Bei den technischen Daten und bei den Lebensläufen der einzelnen Schiffe wurden die allgemeinen üblichen Abkürzungen benutzt, die wohl keiner Erklärung mehr bedürfen.“
(Kleine Anmerkung: Mag der Verlag in einer neuen Auflage eine Übersetzung der als nicht erklärungsbedürftigen Abkürzungen für LeserInnen des Buches südseits beifügen.)
Aber die Beschreibungen des Autors zu den von Blohm + Voss von 1880 bis 2004 gebauten „Schiffe“ ist lesenswert.
Beim Lesen der „Lebensläufe“ der bei Blohm + Voss gebauten Schiffe wird dem Leser, der Leserin vor Augen geführt, unter welchen Voraussetzungen vor mehr als 125 Jahren bei Blohm + Voss Schiffe gebaut wurden und welch kurzes Leben einigen dieser Neubauten nur beschert war.Ein übersichtlich und grafisch toll gemachtes Buch. Link zur Amazon-Anzeige*

Vom Urlauberschiff zum Luxusliner

[von Ulrich Sengebusch]
„Und überhaupt ist heute alles klar auf der ANDREA DORIA“. Wer kennt nicht diesen Song von Udo Lindenberg? Doch wie war das damals mit der ANDREA DORIA?
Drehen wir die Zeiger der Zeit um einige Jahrzehnte zurück. Es war die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Schweden hatte als einziges Land Neutralität bewahrt und dennoch Verluste an Handelsschiffen hinnehmen müssen. Im Mittelpunkt der Überlegungen der Schweden stand die Auftragsvergabe für ein neues Passagierschiff. Nach längeren Verhandlungen gelang es, einen 12.000 Tonner auf der Göteborger Werft Götaverken unterzubringen.
Am 9. September 1946 läuft das Schiff vom Stapel und wird auf den Namen STOCKHOLM getauft. In der Nacht des 25. zum 26. Juli 1956 kam es dann zur Kollision mit dem italienischen Luxusliner ANDREA DORIA.
In seinem Buch „Vom Urlauberschiff zum Luxusliner“ beschreibt Gerd Peters sehr detailliert, auf welchem Wege die damalige DDR das Schiff STOCKHOLM hat kaufen können. Er beschreibt auch anschaulich die Problematik, dass für ein solch großes Hochseefahrgastschiff zu der Zeit kaum ausgebildetes Personal zu bekommen war.
Im Januar 1960 wurde der Flaggenwechsel vorgenommen und unter Lotsenbegleitung machte sich die VÖLKERFREUNDSCHAFT – ex STOCKHOLM auf den Weg nach Rostock. Extra für dieses Schiff wurde das Hafenbecken bis zur erforderlichen Tiefe ausgebaggert. Am 24. Februar lief die VÖLKERFREUNDSCHAFT aus, zu ihrer ersten Fahrt über Rhodos, Piräus bis nach Constanta.
Bislang hatte die Deutsche Seerederei Rostock mit Frachtern und Tankern zu tun. Nun kam das Urlauberschiff mit wesentlich komplizierteren Bedürfnissen hinzu.
Mit welchen, das ist sehr detailliert nachzulesen. 335 Seiten mit über 200 zum Teil bislang unveröffentlichten Fotos und Lebensläufen erwarten den Leser, der sich der Widmung zu Beginn des Buches annimmt:
„Gewidmet jenen, die diese Schiffe in Auftrag gaben, sie konstruierten und bauten, wie auch denen, die als Besatzungsmitglieder und Charters Stab auf ihnen fuhren und sich bemühten, ihren Gästen eine erholsame Zeit an Bord zu bieten, sowie auch allen, die als Passagiere unvergessliche Wochen auf diesen Schiffen erlebten, und denen, die mehrmals wiederkamen, wie auch allen, die gern gekommen wären, es aber nicht konnten – aus welchen Gründen auch immer ...“
Ungeachtet der wirtschaftlich notwendig gewordenen Ausbaupläne zur Universalreederei musste die DSR ohne Fachpersonal und Erfahrungen nun den Aufbau der Passagierschifffahrt bewältigen. 1961 kam ein zweites Urlauberschiff hinzu und der Ankauf des ehemaligen ZDF-Traumschiffes „MS Astor“ 1985 war ein Höhepunkt.
Auch nach 15 Jahren Wiedervereinigung ist dieses Buch Zeitzeuge der Schifffahrt! Unter welchen Bedingungen die DSR (Deutsche Seerederei Rostock) und unter Berücksichtigung des damaligen Ost – Westkonfliktes gearbeitet hat wird eindrucksvoll beschrieben und beinhaltet Details, die bislang geheim gehalten und erst nach der Wiedervereinigung veröffentlicht wurden. Der Leser erfährt Einblicke in ein Kapitel Seefahrtsgeschichte, welches selbst in der DDR weitgehend unbekannt war.
Dieses Buch ist kein Lesebuch mit vielen Bildern. Wer sich aber mit der Geschichte der Seetouristik des VEB „Deutsche Seerederei Rostock“ intensiv beschäftigen möchte, dem sei dieses Werk sehr empfohlen. Link zur Amazon-Anzeige*


Quartiersmann in der Hamburger Speicherstadt

[von Ulrich Sengebusch]
Lassen Sie sich zu einer Bootstour durch die Hamburger Speicherstadt einladen. Es ist still geworden, zwischen den Fassaden. Moderne Technik hat zu veränderten Abwicklungen von Seehandelsgeschäften geführt. Neue Berufe entstanden, einige alte verschwanden.
K. Heinrich Altstaedt hat in seinem Buch die Zeit dort angehalten, als mit Stückgut beladenen Pferdefuhrwerke, Schuten und Ewer die Szenerie beherrschten; als kostbare Waren noch durch Muskelkraft auf die Böden der Speicher befördert und dort gelagert, geprüft und sortiert wurden.
Der Autor hat in diesem Buch seine Erfahrungen als Quartiersmann in einem „Wochenbericht“ von Montag bis Samstag aufgeschrieben. Viele Fotos dokumentieren die schwere und nicht ungefährliche Arbeit, geben Einblicke hinter die Fassaden der Speicher.
Dem Wochenbericht schließt sich die Chronik der Quartiersleute an, illustriert durch Stiche, Gemälde, Zeichnungen und Fotos. Geschichten über diesen Berufsstand, illustriert und bebildert, runden das 168 Seiten starke - 165 s/w und 40 farbige Abbildungen -.lesens- und sehenswerte Buch ab. Link zur Amazon-Anzeige*

Hafen Hamburg

[von Ulrich Sengebusch]
Sechs Jahrzehnte Erfolgsgeschichte, aufgeschrieben von Kurt Grobecker. Man muss nicht nach 1950 geboren sein, um allein schon auf den ersten Seiten beim Blättern in diesem Buch von den Fotos beeindruckt zu
sein. So war es damals und es ist bedrückend zu sehen, wenn Panzer über die Elbbrücken fahren, wenn Glocken zum Einschmelzen für die Rüstung aus den Kirchtürmen geholt wurden, wenn ... ich auch weiter blättere, Fotos von Zeitzeugen, wie es im Hamburger Hafen nach dem Krieg aussah, unter welchen Bedingungen gearbeitet werden musste, der Aufbau geschah. Frachter brachten ihre Waren in Säcken und diese wurden 1952 per Handkarre in die Lagerschuppen am Hafen gebracht. Bald folgte die Fracht in Kisten, die mit Gabelstaplern in die Hallen gebracht wurden - der erste Schritt zur genormten Einheitsverpackung. Heute? Heute fahren computergesteuerte Fahrzeuge über das Hafengelände und setzen punktgenau die Container ab.
Hafen Hamburg, einer der leistungsfähigsten Häfen der Welt. Dessen Entwicklung in den vergangenen 60 Jahren beschreibt der Autor anhand vieler alter und neuester Fotos. Und viele Menschen, die mit dem Hafen zu tun hatten oder in einer Form verantwortlich waren, kommen zu Wort. Zeitzeugen, die Verantwortung trugen. Lesens- und nachdenkenswert.
Dass die Hamburger Werften erwähnt werden, versteht sich. Was wäre Hamburg ohne "Blohm + Voss"? Irgendwie wie Hagenbeck ohne Elefanten.
Hamburg ohne Hafen, für uns heute undenkbar. Nach der fast völligen Zerstörung im 2. Weltkrieg hat eine der größten kontinuierlichen Wachstumsperioden in seiner Geschichte begonnen und werden vom Autor in kurzweiligen und ereignisbezogenen Kapiteln beschrieben und durch sehr viele Fotos begleitet. Bilder, die in schwarz-weiß unter anderem die Anfänge dokumentieren,
Farbfotos und liebevolle Detailaufnahmen tragen dazu bei, dass dieses Buch nicht nur sehr lesenswert ist. Link zur Amazon-Anzeige*

DSR – Deutsche Seereederei Rostock

[von Ulrich Sengebusch]
Zwei ehemalige Mitarbeiter der Deutschen Seereederei Rostock (DSR) haben ein Buch über die Geschichte des Unternehmens geschrieben.
Auf 216 Seiten zeichnen Brigitte Götz und Harry Wenzel die Entwicklung der 1952 gegründeten Seereederei nach. Der geschäftsführende Gesellschafter der DSR-Gruppe, Horst Rahe, sagte im Oktober 2004 bei der Vorstellung des Buches in Rostock, die Autoren hätten die DSR in „historischer, fairer und offener Weise beschrieben“.
Diese Attribute sind nur zu unterstreichen. Der Leser sollte sich vor Augen führen, dass es im Jahre 1952 bereits zwei Deutsche Staaten gab und ein wenig mit dieser Situation vertraut sein.
Ausgehend vom 3. Parteitag der SED im Juli 1950, mit entsprechendem Ministerratsbeschluss zum Bau von 18 Handelsschiffen, nahm die Entwicklung ihren Lauf. Am 21. August 1952 wurde die Errichtung des VEB Deutsche Seereederei rückwirkend zum 1. Juli beschlossen.
Dies zur Vorgeschichte und nun zum Buch:
Man muss es einfach lesen und die Fotos auf sich wirken lassen. Kaum eine Seite, auf der nicht ein Foto erscheint. Ein herrlicher Überblick, wie die Schiffe vor 50 Jahren aussahen. (Kein Vergleich zu den schwimmenden Ungetümen, die heute die Weltmeere durchpflügen).
Von der legendären „Völkerfreundschaft“ bis hin zum Containerschiff „Pommern“, 1996 in Warnemünde gebaut.
Das Buch beschreibt die wechselvolle Entwicklung der DSR vom volkseigenen Betrieb über eine von der Treuhand verwaltete GmbH bis hin zur Übernahme eines in Hamburg ansässigen Konsortiums.
Neben lebendig beschriebener Geschichte finden sich im Buch Personenfotos, Listen, Plakate, Briefmarken – vieles, was die Geschichte lebendig werden lässt. Archivare und Rechercheure werden im Anhang fündig.
Sehr lesens- und anschauungswert für alle Freunde der Geschichte Deutscher Seefahrt. Link zur Amazon-Anzeige*

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