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Wangerooge

[von Ulrich Sengebusch]
Wangerooge wird im Jahre 1217 erstmals urkundlich erwähnt, den Namen Wangerooge findet man in einer früheren Schreibweise erst 1327 und der Ort dürfte damals wohl 1000 Meter von der heutigen Nordwestecke der Insel gelegen haben.
Um 1400 wechselte nicht nur der Hering von der Ost- in die Nordsee, auch Klaus Störtebeker fand Unterschlupf im sicheren Jadehafen.
Da eine markante Landmarke fehlte, wurde in den Jahren 1597 bis 1602 an der damaligen Ostspitze ein Turm erbaut, der sogenannte Westturm. Seine Mauern waren unten 2,2 Meter dick, verjüngten sich nach oben und beherbergten in den verschiedenen Etagen, je nach Erfordernis, ein Lager für Strandgut, ein Gefängnis, einen Eiskeller, eine Kirche, den Wohnraum des Wärters und darüber eine Glockenkammer. Im Jahre 1624 erhielt der Turm eine Spitze mit 48 Glasfenstern, durch die das Licht der mit Tran oder Rüböl befeuerten Lampen nach allen Seiten recht kümmerlich strahlte. Es blieb nicht aus, dass die Turmspitze eines Tages ausbrannte ... 1630 endete die Geschichte des Westturmes als Leuchtfeuer, der als ältestes nachweisbares Leuchtfeuer an der deutschen Nordseeküste gilt. Aus Angst, dass der, seit der Silverstersturmflut 1854 im Wasser stehende Turm den Engländern als wichtige Tagesmarke dienen könne, wurde der Turm 1914 gesprengt – in den Jahren 1932 und 1933 aber möglichst nah dem Original ca. 800 m weiter südlich nachgebaut. Heute befindet sich im Turm eine Jugendherberge.

Abbildung: Der Westturm - heute eine Jugendherberge -

Seit 1631 brannte neben dem „Westturm“ eine Kohlenblüse auf einem Holzgerüst und wurde um 1687 durch einen Steinturm ersetzt, der im Jahre 1705 ausbrannte. Seinen Nachbau, einen ähnlichen Feuerträger, zerstörte eine schwere Sturmflut im Februar 1825. Seinen beiden seit 1825 zuerst als Holzmast mit einer Öllaterne und später mit einer Kohlenblüse (der letzten an der deutschen Nordseeküste) betriebenen Nachfolgern folgte 1830 der erste „richtige“ Leuchtturm mit 36 m Bauhöhe. Doch auch dieser wurde 1854 ein Opfer der See und stürzte 1859 ein.
Am 1. Oktober 1856 entstand in den Ostdünen der Insel der noch heute stehende 30 m hohe „alte Turm“, um den sich die Wangerooger siedelten.
Zunächst trug der Turm eine „kleine“ Optik, ab 1878 ein Drehlinsenfeuer mit einer Tragweite von maximal 20 sm. Um die Einfahrt in die Jade und Außenweser besser sichern zu können, erhielt der Turm 1896 eine elektrische Lichtbogenlampe.
Von Mitte 1925 bis Anfang 1927 blieb das Feuer gelöscht, die Laterne wurde abmontiert und der Turm auf 39 m erhöht.
Bis 1969 war das Feuer in Betrieb. Seit dem beherbergt der Turm das Inselmuseum und in der Turmspitze werden Trauungen durchgeführt.Welch Gegensatz zu den alten Leuchttürmen und Leuchtfeuern bildet das Wangerooge Seefeuer.

Abbildung: Das Seefeuer - heute Inselmuseum und Trauzimmer -

Der in den Jahren 1966 bis 1967 aus Stahlbeton errichtete 64 Meter hohe Leuchtturm hat in seinem Aussehen nicht so richtig was vom Leuchtturm. Er steckt voller Technik, wurde 1969 in Betrieb genommen.
Das Gebilde am unteren Teil des Turmes erscheint wie ein Restaurant, wie man es bei Fernsehtürmen kennt. Doch von hier aus werden ein Leit- und ein Nebenfeuer ausgesandt. Das Leitfeuer führt die großen Tanker in die Einfahrt des Fahrwassers der Jade. Das Nebenfeuer leitet den Schiffsverkehr als Warn- und Orientierungsfeuer westlich und südlich durch die Untiefen des Wattenmeeres.Das Hauptfeuer in 60 Meter Höhe ist ein rotes Blitzfeuer von 1/10 sek. Mit einer Tragweite von ca. 25 Seemeilen.

Bild © Ulrich Sengebusch

Abbildung: Das heutige Leit- und Nebenfeuer -

Abbildung: Bild © Jörg Nöchel -

Abbildung: Bild © Jörg Nöchel -

Abbildung: Bild © Jörg Nöchel -

Heiraten auf dem Leuchtturm Wangerooge

Auskunft
E.Mail oder Telefon: 04469-99140 oder 99141
Eine Bitte:
Bei einem Kontakt mit dem Veranstalter bitte die Internetseite Leuchttuerme.de nennen. Herzlichen Dank!

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