Impressum

(Erschienen in der Land & Meer Ausgabe 2006)

Dort, wo sich das Wasser der Flensburger Förde mit dem der Ostsee vereint, dort steht der in den Jahren 1908 / 1909 erbaute Leuchtturm „Falshöft“. Im Jahre 1910 wurde er in Betrieb genommen und 2002 erlöschte das Licht für die Seeleute.
Inzwischen hat der Leuchtturm „Falshöft“ einen neuen Anstrich bekommen: Weiß, mit einem roten Band, als Tagesmarke für die Seeleute und seit Sommer 2005 erstrahlt er wieder, durch den Einsatz des Fördervereines, für die „Landratten“.
Mag er auch als Tagesmarke den Brautpaaren dienen, die in den Hafen der Ehe steuern wollen. Ein Paar, welches „Ja“ sagen möchte, ein Standesbeamter und ein Leuchtturm. Das braucht es zumindest für eine Trauung in luftiger Höhe.
43 Stufen geht es im „Falshöfter“ hinauf bis zum Trauzimmer, mit jeder Stufe dem Glück ein Stück näher. Im liebevoll gestalteten Trauzimmer angekommen, findet jeder seinen Platz. Bis zu 14 Personen dürfen auf den Turm, sonst würde es zu voll.
Kerzenschein, Blumen, Stille und dann ...vom Band ertönt ein Lied, eigens vom Standesbeamten für das Brautpaar ausgewählt und bei Bedarf - welches meistens der Fall ist - schiebt er noch ein Taschentuch herüber. Persönliche Worte, aus der Lebens- und Liebesgeschichte der Brautleute, die der Standesbeamte dem Paar vorab im Traugespräch geschickt und humorvoll entlockt, werden gesprochen. Die Frage an die Braut und an den Bräutigam ...die Antwort und die Ringe werden angesteckt. Dann geht es mit den Gästen in das Sektzimmer und später auf die Galerie des Leuchtturmes. Mit einem traumhaften Ausblick über die Geltinger Bucht und das Naturschutzgebiet der Birk geht eine wunderschöne Trauung zu Ende.

Doch wer oben auf dem Leuchtturm ankommen möchte, hat vorab Einiges zu bedenken:
Das Wichtigste ist, sich rechtzeitig um einen Termin für die Trauung zu kümmern. Eine Broschüre über „Heiraten auf dem Leuchtturm Falshöft“ informiert über die wichtigsten Dinge und Näheres kann direkt mit dem Standesbeamten Gert Nagel besprochen werden.
Wenn der Wunschtermin besprochen ist, heißt es für das Brautpaar, die Trauung beim zuständigen Standesamt am Wohnsitz anzumelden, alles Weitere erledigen dann die Behörden.

Wenn im „Falshöfter“ das „Ja“ gesagt wird, bleibt nicht aus, dass anschließend gefeiert wird. Wo? Das will ebenso geplant werden wie: „Wo übernachten Brautpaar und Gäste. Wer kümmert sich um den Brautstrauß? Wer legt noch mal eben fix Hand an die Frisur der Braut? Wer sorgt dafür, dass dieser Augenblick für die Nachwelt im Bild festgehalten wird? ...“

Bei all diesen Planungen und Überlegungen stehen der Standesbeamte Gert Nagel und seine Frau dem Brautpaar mit Rat und Tat zur Seite.
Was 1999 bei ihm im Wohnzimmer begann, wurde im April 2000 im Leuchtturm fortgesetzt.
Diese Fortsetzung hat eine Vorgeschichte, stand doch der „Falshöfter“ zum Verkauf.

Bürgermeister Nagel, ein bekennender Freund der Leuchttürme, wollte das maritime Kulturdenkmal im Besitz der öffentlichen Hand halten. Durch viele Spenden wurde es ermöglicht, dass das Amt Gelting im Juli 2003 den Leuchtturm erwerben konnte.
So stand dem nichts mehr im Wege, dass weiterhin Trauungen im Leuchtturm vollzogen werden konnten. Über 600 Paare aus Deutschland, der Schweiz und aus Dänemark wurden in den Hafen der Ehe geleitet. „Die Anfragen für eine Trauung in unserem Leuchtturm haben derart zugenommen, dass ich manchmal Termine an Kollegen weitergeben muss“ so Gert Nagel, der im Hauptberuf Polizeibeamter ist.

Ein Förderverein für den Leuchtturm „Falshöft“ wurde ins Leben gerufen und eine Sonderprägung des Angelner Talers ist für den Erhalt des Leuchtturmes in öffentlicher Hand aufgelegt worden. Dieser zeigt das Wappen von Angeln auf der einen und den Leuchtturm „Falshöft“ auf der anderen Seite.

Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung vom Land & Meer Verlag, Hamburg
Bild & Text © Leuchttuerme.de