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[von Ulrich Sengebusch]
Schiet Wetter, Wolken, ruhige See und ab und an eine Möwe in der Nähe. Wo kann man dies besser aushalten als in einem Strandkorb. Wer hätte das gedacht? Dies alte Möbel hat sich der Rostocker Korbmacher Wilhelm Bartelmann vor 125 Jahren als Einsitzer für eine ältere Dame ausgedacht und erregte damit am Warnemünder Strand ein derartiges Aufsehen, dass ein Jahr später, 1883, der Zweisitzer entwickelt wurde, der den heutigen Strandkörben an der Ostseeküste sehr ähnlich war.

Als Kind habe ich in Heiligendamm mit meinem Cousin Wälle um den Strandkorb aufgeworfen, aber wir waren nicht die einzigen. Jeder hatte damals seine „Burg“ um den Strandkorb. Und mit Muscheln oder Steinen, die sich nicht für „mal eben über die flache See werfen und schauen, wie oft er auftitscht“, wurden den Sandburgen Namen gegeben.
Immer war diese „Burg“, dieser Strandkorb, Anlaufstelle, sich umzuziehen und mal ein Brötchen zu essen. Das war zu damaliger Zeit nicht ungefährlich, denn Aufschnitt aufs Brötchen, das gab es nur selten. Meistens waren die Brötchen nur mit Butter, mal auch mit Marmelade beschmiert. Und das lockte stechende Insekten an.

Bild © Mathias Engelhardt