Impressum

[von Guenther Kroeger]
Die Greifswalder Oie ist für uns das Helgoland der Ostsee. Der Leuchtturm der Insel, der den gleichen Namen wie die kleine Insel hat, ist ein Wahrzeichen der Pommerschen Bucht. Den meisten Seeleuten ist die Greifswalder Oie nur durch sein Leuchtfeuer bekannt. Die Kapitäne und Steuerleute, die Fischer und Sportsegler schätzen dieses Feuer sehr als Hilfe für ihre Fahrt in die östliche Ostsee oder bei der Ansteuerung in die Häfen des Greifswalder Boddens.
Die kleine Insel tauchte das erste Mal in einer Karte unbekannter Herkunft 1584 auf. Sie wurde als bewaldete „Ohe, insula Gripswaldensium“ bezeichnet.
Seit 1855 hat die Insel einen Leuchtturm. Zuvor entstand 1832 am Nordwestteil der Insel eine Leuchtbake. Das sogenannte Blak-Feuer wurde für die Sicherheit der Schiffe notwendig. Es war eine Ziehlaterne und sie war bis 1855 in Betrieb. Der Leuchtturmbau dauerte 2 Jahre. Lt. Axel Dietrich in Greifswalder Oie-Helgoland der Ostsee, bestand das Linsensystem des Turmes aus echtem böhmischen Bleikristall. Es wurde aus Reparationskosten des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 bezahlt. Anfangs waren zwölf Parabolscheinwerfer auf einer drehbaren Plattform, einem Drehtisch, angebracht.
Bei der Einweihung des Leuchtturmes war auch der preußische König Friedrich Wilhelm IV.zugegen.
Anfangs wurde das Leuchtfeuer, sein Drehen durch Gewichte angetrieben, wie es bei Uhren noch heute zusehen ist. Der Leuchtturmwärter hat die Gewichte wieder in die Höhe gezogen.
Man speiste das Dochtlicht mit Planzenöl und später mit Petroleum.
Der Turm der Greifswalder Oie wurde 1913/14 umgebaut.
Das Blitzfeuer, so Axel Dietrich, wurde für die Scheinwerferapperatur mit einem Linsenapperat aus Fresnelschen Linsen versehen.
Diese neue, fast zwei Quadratmeter große Linsenfeueroptik war damals die größte Deutschlands. Das veraltete Benzolglühlicht wurde jedoch noch bis zur Ablösung durch elektrisches Glühlicht bis 1938 für die Optik genutzt.
Der achteckige Turm aus roten Backsteinen, ohne Kalkputz steht auf einem viereckigen Unterbau und ist exakt 38,6 Meter hoch. Das Leuchtfeuer befindet sich 48,5 Meter über dem Meeresspiegel.
Wir haben das Leuchtfeuer bei günstigem Wetter schon bei 26 Seemeilen gesehen. Es soll heute noch der am weitesten strahlende Leuchtturm in der Ostsee sein.
In meinem Buch habe ich geschrieben, dass der Besucher 176 Stufen erklimmen müsste, wenn er die Spitze des Turmes erreichen will, doch es bleibt ihnen erspart. Der Leuchtturm ist für den Besucherverkehr gesperrt.
Der Leuchtturm wird heute mit Hilfe von Dieselmotoren betrieben.
Sie liefern den Strom für die 2000 Watt starke Glühlampe.
Eine Besonderheit hat dieser Leuchtturm ebenfalls zu bieten. Sollten sie die Gelegenheit haben, bei Nacht das Feuer zu sehen, dann sollten sie ganz genau den Schein beobachten. Der Leuchtturm hat das einzige Feuer hier an der Küste, welches links herum dreht.
Als wir die Insel besuchten, waren wir fasziniert von seinem urwüchsigen Aussehen. Das dichte Gebüsch mit den kleinen Sträuchern, der dahinter liegende kleine Wald, der fast vollkommen verwachsen war, gaben diesem Teil der Insel, um den Leuchtturm, einen besonderen Reiz. Der Sand- und Weißdorn ist auch her zu Hause. Doch auch Rotbuchen, Heimbuchen und Linden haben wir gesehen. Wildbirnen und Äpfel sowie Schlehen kann man hier ernten.
Es ist ein wahres kleines Paradies, wir haben es nicht vergessen.
Wir bewunderten diese einzigartige Natur und erfreuten uns an den Wildponys und Schafen, die dort in freier Natur leben.
Es lohnt sich diese Insel mit ihrem Leuchtturm zu besuchen.

Bild © Hans Krenitz
Vielen Dank für die freundliche Unterstützung!

Guenther Kroeger und Hans Krenitz schrieben das Buch:

Leuchttürme in Meck.-Pom.
beschreibt eine Reise zu den Leuchttuermen auf Poel, Buk-Leuchtturm, Warnemünde- Leuchtturm und den Molenfeuern, Darßer-Ort ,Hiddensee den Dornbusch und dem Gellenleuchtfeuer, Kap Arkona, Saßnitz Molenfeuer und den Turm auf der Greifswalder Oie. Da ich selbst in der Hochseefischerei zu See fuhr und mein Leben lang für die Hochseefischerei gearbeitet, habe sind zu fast allen Leuchttürmen kleine Geschichten erzählt. Ob wahr oder erfunden ist meiner Meinung nach nicht so wichtig, wenn sie Freude machen und uns den Leuchttürmen näher bringen.

Weitere Informationen über das Buch gibt der Autor per E.Mail.