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[von Ulrich Sengebusch]
Um den Leuchtturm „Kiel“ errichten zu können, wurde eine völlig neue Bauweise gewählt, die so genannte Schwimmkastengründung. An Land, in Mönkeberg, wurden 1965 drei riesige Beton-Schwimmkästen hergestellt, die über einem vorbereiteten Untergrund in 12,5 m Wassertiefe exakt versenkt und mit Sand gefüllt wurden. Die Elemente bilden einen rechten Winkel, dessen Spitze nach Nordost ausgerichtet ist um so dem stärksten Seegang wenig Angriffsfläche zu bieten. Auf der Süd-Westseite bietet diese Form den Versetzbooten eine Anlegemöglichkeit.
Mit einem Schwimmkran wurde der vorgefertigte, 33,50 m hohe Aluminiumturm auf das Fundament gesetzt.
Der Leuchtturm „Kiel“ dient als Leit- und Orientierungsfeuer für die Einfahrt in die Kieler Förde und als Lotsenstation.
Rote Sektoren warnen vor den Untiefen „Stoller-Grund“, „Gabels-Flach“ und „Klevenberg“ mit einer Kabeltrasse.
Doch die Geschichte des Leuchtturmes beginnt schon wesentlich früher, zu der Zeit, als im Flachgebiet des „Stoller-Grund“ viele Schiffe in Schwierigkeiten gerieten. 1871 wurde in Kiel ein Reichskriegshafen eingerichtet und die Marine wollte eine sichere Zufahrt. 1892 lag das Feuerschiff „Stollergrund“ auf der Leuchtturmposition in der Kieler Außenförde. 1904 sicherten zwei weitere Feuerschiffe, die „Gabelsflach“ und „Bülk“ den Schifffahrtsweg. „Stollergrund“ wurde im Jahre 1905 außer Betrieb genommen. „Gabelsflach“ und „Bülk“ wurden 1922 durch das Feuerschiff „Kiel“ ersetzt. Die Geschichte dieses Feuerschiffes beinhaltet Kollisionen und die Versenkung durch Fliegerbomben, um nur einiges zu erwähnen. Dennoch nie aufgegeben, immer wieder repariert und erst nach dem Bau des neuen Leuchtturmes „Kiel“ außer Dienst genommen. Am 5. Juli 1967 wurde der Turm feierlich eingeweiht.
Das Leuchtfeuer mit einer Lichtpunkthöhe von 29,25 m ist automatisiert und wird von Travemünde aus fernüberwacht. Mittels einer Gürtelleuchte und Halogendampflampe beträgt die Nennweite des Feuers für weißes Licht 17,6 sm.
Ein Hochspannungskabel zwischen Leuchtturm „Kiel“ und Leuchtturm „Bülk“ versorgt den Turm mit notwendiger Energie. Für den Fall, dass … steht im Leuchtturm ein Notstromaggregat bereit.


Bild © Jörg Nöchel

Bild © Carola Gregersen (DK)