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Bild © Urs Kaufmann

[von Ulrich Sengebusch]

Unter dem Begriff „Uthlande“, einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft, sind die Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie die Halligen Gröde, Habel, Hamburger Hallig, Hooge, Langeneß, Nordstrandischmoor, Süderoog, Südfall und Oland im schleswig-holsteinischen Kreis Nordfriesland zusammengefasst. Das Ergebnis eines tausendjährigen Prozesses. Vor 1000 Jahren durchbrach die Nordsee den Schutzwall, der die Feuchtniederung an Schleswigs Westküste schützen sollte. Ihre Gewalt teilte die Region in immer kleinere Einheiten, ließ die Insel- und Halligenwelt entstehen.
So auch die Hallig Oland, die zu Beginn des vorletzten Jahrhunderts noch drei Warften besaß. Auf der Warft „Pipe“ standen mehr als 20 Häuser und auf der „Knudswarft“ stand die Halligkirche. Im 19. Jahrhundert verlor die Hallig große Teile ihrer Fläche. So die Kirchwarft und Pipe.
Ohne Schutzmaßnahmen zum Ende des 19. Jahrhunderts wäre Oland heute vielleicht von der Landkarte verschwunden. Um das Material zum Küstenschutz auf die Hallig bringen zu können wurde 1896 ein Damm vom Festland, bei Fahretoft, zur Hallig gebaut. Die Streckenführung erwies sich als nicht gelungen. 1916 zerstörte das Meer diesen Damm. In den Jahren 1925 bis 1927 wurde ein neuer Damm gebaut – zum Teil mit Schienen der Berliner Straßenbahn.
Weltweit gibt es nur einen Leuchtturm, der ein mit Reet gedecktes Dach besitzt. Dieser steht auf der einzigen noch befindlichen Warft (Olandwarft) der Hallig Oland und trägt auch ihren Namen. Eine weitere Besonderheit: Mit einer Höhe von 7,45 m ist er auch der kleinste Leuchtturm in Deutschland.
Auf einem Sockel aus behauenen Feldsteinen wurde der viereckige Turm aus Backsteinziegeln im Jahre 1929 gemauert und im gleichen Jahr in Betrieb genommen.
Seine Feuerhöhe liegt 7,5 m über dem mittleren Tidehochwasser und dient als Quermarkenfeuer für das „Föhrer Ley“ und das „Dagebüller Fahrwasser“. Als Optik dient eine geschliffene Gürtellinse mit einer Halogenglühlampe 24 V, 250 W. Deren Tragweite ist: weiß 13,8 sm, rot 10,8 sm und grün 9,8 sm. Diese „Laterne“ ist an der zur Seeseite gerichteten Seitenwand des Gebäudes angebracht.
Es ist nachzulesen, dass dieser Leuchtturm als einziger noch einen, auf Oland lebenden Not – Leuchtturmwärter, hat. Bei Stromausfall oder ähnlichen Störfällen ist eine schnelle Hilfe vom Festland kaum gegeben.