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[von Ulrich Sengebusch]
An der Nordsee gibt es einige Leuchttürme, die auch vom Binnenländer auf den ersten Blick erkannt werden. Zu denen gehört z.B. der "Westerhever" mit seinen beiden Häuschen an der Seite. Ebenso der Leuchtturm "Roter Sand" und ganz sicher der Leuchtturm auf Amrum mit seiner ‚Bauchbinde'.
Vorab mal wieder einiges zur Geschichte. Um das Jahr 800 vor unserer Zeitrechnung besuchten die Wikinger die Insel ... doch soweit wollen wir in der Zeitrechnung nicht zurück gehen.
Entlang Schleswigs Westküste gab es bis 1855 keine Leuchtfeuer. Somit waren vor allem nächtliche Fahrten in dem ohnehin schwierigen Fahrwasser mit hohem Risiko verbunden.
Bis dahin leuchtete nur auf Helgoland ein Feuer den Schiffern den Weg. (Dazu ist im Portrait Helgoland einiges zu lesen ...)
Der Amrumer Gelehrte Knud Jungborn Clement bemühte sich bei der dänischen Regierung um den Bau eines Leuchtturmes auf der Insel. 1847 fand sein Begehren Gehör; sehr zum Missfallen der Einheimischen und der Sandvögte. Einnahmen aus gestrandeten Schiffen und ein wegweisendes Leuchtfeuer vertrugen sich nicht! 1847 beschloss die dänische Regierung den Bau eines Leuchtturmes auf Amrum mit einer Laternenhöhe von "mindestens 150 Fuß über Vollwasser". Doch in den Wirren des Jahres 1848 nutzte die Regierung die Situation, das Thema Leuchtturm zu versenken. "Die Strandbeamten triumphierten", schrieb Clement.
Im November 1850 strandeten auf den Gründen vor Amrum und Sylt 10 Schiffe. Nur von 5 von ihnen wurde die Mannschaft gerettet. Das war für die Strandvögte, die königlichen, die mit 12,5 % am Erlös beteiligt waren, eine gute Einnahme.
1864 verfasste Knud Clement eine Schrift: "Der Zustand der Nordseeküste Schleswig-Holsteins".
Er unterbreitete drei Vorschläge zum Leuchtfeuer: Ein Feuer auf Amrum, eines auf einem Feuerschiff unter den "Amrumer Borren" und eines auf dem Seesand als Hilfe zur Einfahrt in das Schmaltief.
Im Oktober 1871, am 27. des Monats, wurde der königliche Bauinspektor Matthiesen von der Regierung beauftragt, den Entwurf eines Leuchtturmes auf Amrum zu erstellen.
Am 1. April 1874 wurde mit dem Bau begonnen. Am 29. August war der Turm fertig zum Aufbau der Laterne. Das Feuer wurde unter Bekanntmachung für Seefahrer in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 1875 angezündet.
Mit 42 m Bauwerks- und 63 m Feuerhöhe ist der "Amrumer" der höchste Leuchtturm an der Nordseeküste und war bis 1983 "bemannt". Seit dem ist er ferngesteuert.
Er trägt sein weißes Licht 23 sm über die Nordsee.

Bild © Thorsten Solmecke

Bild © Susanne Ziereisen

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Bild © Ulrich Sengebusch