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[von Beate Geisler]
Während der Amtszeit des dänischen Königs und Herzogs von Schleswig und Graf von Holstein, Frederick VII., wurde 1855 südlich von Kampen auf dem 27m hohen Roten Kliff ein Leuchtturm erbaut.
Am 01. März 1856 wurde der mit gelblichen Klinkersteinen versehene 38m hohe Turm in Betrieb genommenen – die Initialen des dänischen Königs zieren auch heute noch den Kampener Leuchtturm.Bereits 20 Jahre nach Fertigstellung erhielt das Bauwerk zwecks Stabilisierung seine eisernen Ringe, seit 1953 ist er weiß mit schwarzem Band – bis dato trug er ein graues Kleid.Der Turm besaß die zur damaligen Zeit größte Fresnelsche Gürtellinse, die 1855 sogar auf der Pariser Weltausstellung als „herausragende Innovation für das Leuchtfeuerwesen“ bewundert wurde; anfangs wurde sie mit Rüböl, ab 1908 mit Petroleum und seit 1929 mit elektrischem Glühlicht betrieben. Das See- und Orientierungsfeuer hat eine Feuerhöhe von 62m, und seine Tragweite weiß beträgt 20sm und rot 16sm.
Der Leuchtturm Kampen wurde schnell zu einem beliebten Ausflugsziel, gerne stiegen die Leuchtfeuerwärter mit den Gästen (u.a. Sylt-Chronist Peter Hansen, Friedrich Karl Prinz von Preußen,, Wilhelm Raabe, Heinrich Brockhaus) die 179 Stufen herauf, oft gab es nämlich den einen oder anderen Taler zusätzlich.
Die Leuchtturmwärter im 19. Jahrhundert waren u.a. aufgrund der niedrigen Besoldung auf ein Zubrot, meist aus der Landwirtschaft, angewiesen. Am Leuchtturm Kampen wohnten anfangs 3 Beamte mit ihren Familien auf dem von Versorgungseinrichtungen recht abgeschiedenen Gehöft am Leuchtturm - so entstanden zwangsläufig Viehzucht und Feldbewirtschaftung. 1929 wurde die Bedienung vereinfacht und es war nur noch ein Beamter nötig, der im Zuge der Automatisierung 1977 das Leuchtfeuer verlies.
Übrigens: als Ergänzung des Hauptfeuers Kampen war 1913 der nur 11 Meter hohe Leuchtturm „Rotes Kliff“ errichtet worden, bereits 1975 aber wieder gelöscht.Der seit 1974 denkmalgeschützte Leuchtturm Kampen beherbergt heute die Schaltzentrale für die noch in Betrieb befindlichen 4 Leuchttürme auf Sylt.

Bild © Peter Lecjaks

Bild © Friedel Leckebusch

Bild © Werner Langels | www.turm-visionen.de

Bild © Frank Schrör

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