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Blankenese

Oberfeuer Blankenese

[von Beate Geissler]
Als 1984 in Hamburg-Blankenese die letzte in Betrieb genommene Richtfeueranlage ihren Dienst aufnahm, ging dem Ganzen ein jahrelanger Streit voraus, und beinahe wären Ober- und Unterfeuer nicht gebaut worden:
man war der Meinung, dass die beiden Leuchttürme die Landschaft verschandeln und die Wohnqualität der Anwohner beeinträchtigen würde. Dies war mit ein Grund, warum man letztendlich auf eine Aussichtsplattform am oberen Ende des Oberfeuers verzichtete.
Nachdem der Rechtsstreit beigelegt war, begann ein Wettstreit unter Architekten, Landschaftsgärtnern und Ingenieure um die Gestaltung der geplanten 1,4 km voneinander entfernt liegenden Laternenhäuser.
Der Bau des Oberfeuers entstand innerhalb von wenigen Wochen, die Errichtung des Unterfeuers gestaltete sich aufwendiger: im Frühjahr 1984 wurde zuerst ein 700 t schweres Stahlbeton-Fundament in 11m Wassertiefe versenkt, mittels eines Schwimmkran wurde dann später in einer spektakulären Aktion das 11t schwere, 6m hohe Laternenhaus aufgesetzt.
Am 29. November 1984 wurden die beiden im Volksmund aufgrund ihrer Laternenform „Nachttischlampen“ genannten und 4 Millionen DM-teuren Richtfeuer feierlich in Betrieb genommen.
Die ferngesteuerte Lichtanlage beider Türme besteht aus vier Signalscheinwerfern (je 30 Watt/12 Volt) im Oberfeuer und zwei im Unterfeuer, außerdem ist bei schlechter Sicht eine Zuschaltung gleichartiger Reserveanlagen möglich. Die beiden rot/weiß gebänderten Leuchttürme unterscheiden sich baulich nur durch ihre Laternenhäuser: das auf dem 46m hohen Kanonenberg liegende Oberfeuer (Bauwerkhöhe: 40m / Feuerhöhe: 84m) hat ein rotes Laternenhaus, damit es sich gegen den Himmel abhebt. In der Nähe dieses Leuchtturms stehen Bänke, die zum verweilen einladen und einen traumhaften Elbblick bieten.

Unterfeuer Blankenese

Das Unterfeuer (Bauwerkhöhe: 42m / Feuerhöhe 41m) mit seinem weißen, als Kontrast gegen den grünen Hang gedachten Laternenfeuer, ist über einen Steindamm erreichbar; Besucher können den unteren Teil auf drei Ebenen umrunden – und den elbauf- und elbabwärtsfahrenden Schiffen zuwinken.
Die Blankeneser Richtfeuer-Anlage erhielt übrigens im Jahre 1986 von einer unabhängigen Jury bei einem Wettbewerb eine Auszeichnung in der Kategorie „Ingenieurbauten“ verliehen: „Die beiden Leuchttürme... fügen sich hervorragend in die parkartige Landschaft bzw. in die Uferzone der Elbe ein. ... Sie stellen eine vorbildliche Lösung für Ingenieurbauwerke dar.“

Bild © Beate Geissler