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[von Christian Schwenger]
Direkt auf dem Deich steht die "Dicke Berta", so wird der Leuchtturm Altenbruch liebevoll im Volksmund genannt. An seiner jetzigen Position stand das Leuchtfeuer nicht immer, in den Jahren 1916 bis 1918 wurde der Turm in mühevoller Handarbeit um einige Meter versetzt. Der Leuchtturm musste für die Navigation der Schifffahrt angepasst werden. Seit 1897 zeigt das 14 Meter hohe Quermarkenfeuern den Schiffen den Weg in der Elbe und beendete den offiziellen Dienst im Jahre 1983.
Seitdem setzt sich der Förderverein "Dicke Berta e.V." für die Restaurierung und Erhaltung des Turmes ein.
Wir durften an einem Sonntag das Baudenkmal besichtigen und erhielten eine sachkundige und sehr engagierte Führung des Vorstandsmitglieds Frau Ruge.
Über den durch Regen aufgeweichten Deich erreichten wir mit einem Tritt, durch eine niedrige Tür, die Werkstatt des Turmes. "Ein Leuchtturm ist nie wirklich fertig restauriert und bedarf immer wieder einer Ausbesserung", so Frau Ruge neben Farbtöpfen und Werkzeug.

Nach einem kurzen Bericht über die Geschichte des Turmes (s.o.) stiegen wir die Treppe in die erste Etage empor. Ein Tank, der mittels einem mit Handkraft betriebenem Rad mit Luft gefüllt worden mußte, lag mitten im Raum. Der Leuchtturmwärter hatte mehrmals täglich den Druckluftkessel mit 750 Liter Inhalt auf 8 Bar mit Luft füllen müssen, die dann für die Steuerung der Blenden benötigt wurde.
Auf der zweiten Ebene liegt das Leuchtturmwärter - Stübchen, welches zwar mit einem Bett ausgestattet war, aber der Wärter durfte nur ruhen und nicht schlafen.

Um vom Bett aus die Funktionalität der Lampe zu überprüfen waren im Treppenaufgang Spiegel angebracht, welches dem Ruhenden eine Sicht in den Laternenraum ermöglichte. Ein Schreibtisch, um das Dienstbuch zu führen und ein Kohleofen für kalte Tage waren im Zimmer untergebracht.
Bei der Restaurierung stellten die Frauen und Männer des Fördervereines fest, dass das Wärter - Stübchen in der Außen- und Innenwand mit einer Schicht aus Torf vor Kälte isoliert war.

Im Laternenraum viel der Blick direkt auf die noch funktionstüchtige Lampe. Eine 500 Watt starke Glühbirne ist auf einer runden Eisenplattform montiert und das Licht wird durch eine Linse (sog. Fresnellinse, nach dem Physiker A.J. Fresnel - Erfinder der Gürtellinse um 1820) gebündelt. Bei Strom Ausfall oder nach dem Durchbrennen der Birne wurde mittels eines Magnetschalters die Wechseleinrichtung ausgelöst und ein Glühstrumpft entzündete eine "Ersatzlampe", die mit Propangas betrieben wurde. Hier können die Besucher selber in Aktion treten und den Feuertisch verdehen.

Die Blechstreifen, der Otterblende, sind senkrecht, um 90 Grad drehbar, angebracht und können durch Schließen und Öffnen das Licht durchlassen oder verdunkeln. "Das System ist sich vorzustellen wie eine Metall - Jalousie", so Frau Ruge. Durch das zeitlich gesteuerte öffnen und schließen entsteht eine sog. Blitzgruppe, die die Kennung des Leuchtfeuers ergeben. Mit Hilfe verschiedener Einstellungen von roten und grünen Blenden konnte man bei Veränderungen des Fahrwassers, die Laterne anpassen.

Der Leuchtturm ist für BesucherInnen geöffnet und weitere Informationen, auch über den Förderverein, gibt es auf der Homepage www.dickeberta.de.

Bild © Thorsten Solmecke

Förderverein "Dicke Berta" e.V.

Auf ein Arbeitsreiches Jahr 2007 blicken die aktiven Mitglieder des Fördervereines zur Erhaltung des Leuchtturms Altenbruch an der Elbe. Der Leuchtturm hat ein neues Dach bekommen und die 98 Hochzeitspaare gaben sich gut geschützt das "Ja-Wort". Im Jahr 2007 besuchten über 3000 Menschen die Dicke Berta und interessierten sich für die geschichte des Leuchtfeuers.

Heiraten auf dem Leuchtturm Altenbruch

Auskunft erteilt das Standesamt in Cuxhaven 
Telefon: 04721-700730 
Eine Bitte: 
Bei einem Kontakt mit dem Veranstalter bitte die Internetseite Leuchttuerme.de nennen. Herzlichen Dank!