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© Rainer Schregel

[von Ulrich Sengebusch]
Heute steht der Leuchtturm im Wurster Land. Ich möchte die Neugier der Leserinnen und Leser nicht auf die Folter spannen, was ein Leuchtturm in der Nordseeregion mit „Wurst“ zu tun hat. Gar nichts! Es handelt sich hier nicht um das allbekannte Lebensmittel sondern der Name stammt von den sogenannten „Wurten“, vielleicht besser bekannt als „Warften“, die als Erhebungen mach einem von den Halligen her bekannt sind. Dazumal gab es noch keine Deiche und die Menschen schützen ihr hab und Gut und Vieh vor Sturmfluten dadurch, dass sie ihre Häuser und Ställe auf besagten „Wurten“ errichteten.
Fast hätte ich vergessen zu schreiben, wo das „Wurster Land“ zu finden ist: Links neben der Autobahn von Bremerhaven nach Cuxhaven! Ganz einfach zu finden!

Zurück zum Leuchtfeuer. Im Auftrage der Hansestadt Bremen wurde 1886/ 1887 von der Werft A.G. „Weser“ der Turm errichtet und versah seinen Dienst lange Jahre in der Außenweser. Zusammen mit dem Eversand-Unterfeuer (heute als Kormoranturm bezeichnet) führte Eversand-Oberfeuer die Schifffahrt durch den Wurster Arm der Außenweser, das damalige Hauptfahrwasser.
1922 zwangen Verlagerungen von Stromrinne und Sände die Verlegung des Fahrwassers in den Fedderwarder Arm. Dadurch verlor Obereversand seine Aufgabe und das Richtfeuer wurde gelöscht.
Mal bedenkend, dass man das Jahr 1922 schrieb und von der heutigen DGzRS noch nicht die Rede war, so diente der Turm Schiffbrüchigen als Zufluchtsort.
Dadurch, dass „Eversand-Oberfeuer“ nur ein recht kurzes Leben als Leuchtfeuer beschieden war, wurde er innen wie außen von „entstellenden“ Umbaumaßnahmen verschont. Die Original Inneneinrichtung der Wohn- und Diensträume blieb unangetastet und so ist der Leuchtturm ein ursprüngliches Zeugnis der Seezeichen.
Aber, das ist nicht das Ende seiner Geschichte: Und damit kommen wir in das „Wurster Land“. Im Jahre 2003 wurde der Turm an seinen heutigen Standort Dorum –Neufeld „gebracht“ und thront mit 37,40 m Höhe über dem Dorumer Tief, geleitet die Wurster Krabbenfischer sicher in den heimischen Hafen.
Der schwarze Turm auf einer Gitterkonstruktion als solcher hat was. Architektonisch nicht gelungen ist der angebaute Treppenturm, aber da mögen Bauvorschriften ihre Hand im Spiel gehabt haben.

Der „Leuchtturm“ kann besichtigt werden und der Besucher erfährt das Leben der Leuchtturmwärter um die Wende des 19. / 20. Jahrhunderts.
Und wer sich traut, kann auf dem Turm getraut werden.

Bild © Rainer Schregel
Vielen Dank für die freundliche Unterstützung!

Bild © Jörg Nöchel

Heiraten auf dem Leuchtturm Eversand-Oberfeuer

Auskunft erteilt das Standesamt in Dorum 
Telefon: 04742-8727 
Eine Bitte: 
Bei einem Kontakt bitte die Internetseite Leuchttuerme.de nennen. Herzlichen Dank!