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Unterfeuer Harriersand Bild ©: Günter Appold

[von Beate Geisler]
Die Flussleuchttürme Harriersand (UF) und Großerpater (OF) sind typische Vertreter der alten Richtfeuerlinien an der Weser, die sich alle in der Bauform recht ähnlich waren.
Das um 1890 ins Leben gerufene Projekt „Weserkorrektion“ sollte allen Schiffen auf der Unterweser die nächtlichen Fahrten zur Hansestadt Bremen erleichtern und auch eine Stromregulierung vornehmen.
Das Oberfeuer Großerpater besteht aus einem dreibeinigen roten Gittergerüst mit einem viereckigen, zentral gelegenen Aufgang, einem runden Wärterhaus und einer Galerie, die um das Lampenhaus läuft.
Es erinnert in seiner Konstruktion an den Leuchtturm Campen.
Als Optik wurden Doppelscheinwerferlinsen benutzt; Tragweite: 22sm. Die Bauwerkhöhe beträgt 36m, das „Feuer“ befindet sich in 34m Höhe.
Das Leuchtfeuer Großerpater ist seit 1897 in Betrieb und befindet sich in 960m Entfernung vom Unterfeuer, welches sich am Westufer der Weserinsel Harriersand befindet.
Ein Jahr später (1898) wurde das Unterfeuer Harriersand in Betrieb genommen; es ist mit einer Gesamthöhe von 12m und einer Feuerhöhe von 11m deutlich kleiner als das Oberfeuer; die Tragweite der Scheinwerferlinse beträgt 11sm. Auch in der Farbe unterscheiden sich die beiden Türme erheblich, wenn auch nicht in der dreibeinigen Gitterkonstruktion: der Leuchtturm Harriersand ist weiß gestrichen mit einer runden weißen Lampe und einer grünen halbkugelförmigen Kuppel.
Beide Türme werden seit 1979 ferngesteuert.
Die größte Weserinsel „Harriersand“ ist übrigens quasi autofrei: nur Einheimische und Gäste des Campingplatzes dürfen sie mit einer Sondergenehmigung befahren.
Die beiden Leuchttürme kann man nur „erwandern“ bzw. mehrmals täglich fährt ab Brake/Unterweser ein kleines Boot zur Insel.

Bild © Clemens Heinrich