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See-, Leit- und Quermarkenfeuer Roter Sand

[von Thorsten Solmecke]
Mit dem 1942 erbauten Museumsschlepper "MS Goliath" ging es nach einer 3 Stündigen Fahrt zum Leuchtturm Roter Sand in der Außenweser. Seinen Namen erhielt das Leuchtfeuer in der Bremer Bucht von der mit rotem Muschelkalk besetzten Sandbank Roter Sand.
Im Mai 1881 wurde ein Caisson auf dem Meeresboden abgesetzt und dort sollte der Leuchtturm errichtet werden. Eine Sturmflut im Oktober 1881 riß die Einrichtung samt allen technischen Geräten in die offene See und ruinierte die beauftragte Baufirma. Aber die Bremer gaben nicht auf und am 22. Mai 1884 wurde ein Caisson in 14 Meter tiefe (22 Meter unter Niedrig Wasser) im Meeresgrund eingegraben. Eine zu seiner Zeit einmalige technische Meisterleistung in der offenen See.
Das 30,7 Meter (über Niedrig Wasser) hohe Leuchtfeuer wurde am 19. Oktober 1885 gezündet und wies den Schiffen von und nach Bremerhaven den Weg. Oft ein letzter Gruß der Heimat für viele Auswanderer nach Amerika oder als Willkommens Gruß für Heimkehrer.
1964 wurde das Leuchtfeuer Roter Sand außer Dienst gestellt und vom naheliegenden Leuchtturm Alte Weser ersetzt, eine Veränderung des Fahrwassers machte dieses notwendig. Es drohte, dass der Leuchtturm sich selbst überlassen oder abgebaut werden mußte. Vielen Bremer und Bremerhavener Bürgern ist es zu verdanken, dass der Leuchtturm für die Nachwelt erhalten geblieben ist. Ein Förderverein "Rettet den Leuchtturm Roter Sand e.V." wurde gegründet und der Turm wurde durch Spenden saniert.
Eine solche Institution bedarf vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, die sich für den Erhalt des Leuchtfeuers einsetzen. Bis heute wird durch den Träger des Leuchtturmes der "Deutschen Stiftung Denkmalschutz" und des Fördervereines Spenden gesammelt und der Turm erhalten.
"Ein Anstrich des Leuchtturmes kostet z.B. DM 20.000,- und wer sich in der Seefahrt auskennt, der weiß, dass ein Seemann anstreichen und Rost klopfen als erstes lernt. Wie auch bei Schiffen ist es beim Leuchtturm Roter Sand, der eine reine Stahlkonstruktion ist, eine der wichtigsten Instandhaltungsarbeiten der Anstrich", so Professor Kiesow, der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Nicht zuletzt wird durch die ehrenamtliche Arbeit vieler Helferinnen und Helfern auc der Besuch des Roten Sand ermöglicht.

Eine Übernachtung bedeutet auch eine Nacht Abenteuer
Spätestens beim Ausblick von der Galerie des Turmes wird der Besucher und die Besucherin entlohnt. Es ist schon ein atemberaubendes Gefühl in der Küche des Turmes zu sitzen, auf das Meer zu schauen und sich wie ein Leuchtturmwärter in vergangenen Zeiten zu fühlen. Für seine Gäste ist der Leuchtturm zwar einfach, aber sehr zweckmäßig ausgestattet und die alten Gerätschaften sind noch so erhalten, wie die Leuchtturmwärter sie einst genutzt haben.
Im Turm angekommen, betritt man zu erst den Keller mit seiner Naßzelle und dem Raum für Material, Proviant und Rettungsmittel. Die Sicherheit wird am Turm und auch schon bei der Überfahrt sehr groß geschrieben und wurde natürlich mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger abgestimmt.

Sieben Meter über dem Niedrig Wasser liegt der Schlafraum mit seinen 9 Kojen, von welchen pro Übernachtung nur maximal 6 besetzt werden und die Restlichen als Stauraum für Gepäck dienen. Die Küche ist zugleich Aufenthaltsraum für die Turmgäste und hat auch schon zu Zeiten der Leuchtturmwärter dafür gedient. Eine Wandmalerei wurde seinerzeit von Leuchtturmwärtern angebracht.
Informationen über den Turm und alte Dienststücke der Wärter sind im Arbeitszimmer noch heute zu finden. Im Laternenraum laden Stühle zum verweilen mit Blick auf die offene See ein, das Nebenfeuer steht in einem Erker und der Weg zur Galerie beginnt von dieser Ebene.

Das Hauptfeuer des Turmes ist auch für Besucher und Besucherinnen, die den Leuchtturm Roter Sand mit dem Schiff nicht besuchen, möglich. Das Deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven stellt die Optik und in Modellen die Sanierung des Leuchtfeuers aus.
Bild © Thorsten Solmecke

Urlaub auf dem Leuchtturm Roter Sand

Auskunft  
Telefon: 0471-9464610, 0471-9464612 oder 0471-94646172 (Frau Albers, e.Mail)  
Eine Bitte: 
Bei einem Kontakt mit dem Veranstalter bitte die Internetseite Leuchttuerme.de nennen. Herzlichen Dank!  

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Bild © Jörg Nöchel

Hintergrundbild für den Computerbildschirm

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Buchtipp: Leuchtturm Roter Sand

Schon im geradlinigen Titel dieses Buches aus dem Delius Klasing Verlag klingt an, worum es sich hier handelt: Nämlich um eine große, gehaltvolle, bilderreiche Liebeserklärung an diesen rot-weißen Wegweiser in der Wesermündung.
Seit 1885 steht er dort in der Nordsee, 35 Meter hoch, und bietet den Schiffen, die die Weser verlassen oder erreichen wollen, Orientierung. Dabei ist er, genau genommen, eigentlich für die Schifffahrt seit 1964 überflüssig. Doch der Leuchtturm Roter Sand war von Anfang an weit mehr als ein hilfreicher Gebrauchsgegenstand. Das wilhelminische Deutschland feierte ihn als Symbol nationaler Größe, während die Auswanderer, die der Not dieses Landes entkommen wollten, von seinem Blinkfeuer einen letzten Gruß der Heimat empfingen. Mehr...