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Leit- und Quermarkenfeuer Arngast

[von Ulrich Sengebusch]

Noch im Jahre 1428 erfuhr die Kirche eine Erwähnung; nachdem das Kirchspiel – der Einzugsbereich einer Kirchengemeinde - Arngast nach der Clemensflut im November des Jahres 1334 aufgegeben wurde.
Arngast war ursprünglich eine Gemeinde auf dem Gebiet des heutigen Jadebusens, doch mit der Flut im Januar 1511 brach die Verbindung mit dem Festland und Arngast wurde zu einer Insel. Sie war zu der Zeit die größte der ca. 45 Inseln im Jadebusen. 1613 stürzte die Kirche ein und nicht lange danach, 1645, hatte die Insel zwei Drittel ihrer Größe verloren. Reste der Kirche waren noch im Jahre 1661 zu sehen, doch weitere Sturmfluten mit einhergehenden Landverlusten ließen nur eine kleine Sandbank stehen.
Auf dieser wurde in den Jahren 1909/ 1910 der Leuchtturm „Arngast“ erbaut. 112 schwere Holzpfähle mit der Länge von 8 Metern und 30 cm Durchmesser dienen der 36 m hohen Stahlkonstruktion als Fundament. Zum Schutz vor Bohrmuschelbefall wurden die Pfähle mit Tonrohren ummantelt.
Wie auch bei einigen anderen Leuchttürmen, („Westerhever Sand“, „Falshöft“, „Büsum“, „Hörnum“ oder „Pellworm“) wurden die Einzelteile des Leuchtturmes von der Isselburger Hütte am Niederrhein gefertigt und vor Ort zusammengesetzt.
(Einige Gussformen wurden von den zuvor erbauten Leuchttürmen „Pellworm“, „Westerheversand“ und „Hörnum“ übernommen.)
Die reinen Baukosten betrugen 120.000 Mark und für die optische und Maschinenanlage waren zusätzlich 60.000 Mark aufzubringen.
Sein Leit- und Quermarkenfeuer in einer Höhe von 30 Metern dient den Schiffen zur Ansteuerung von Wilhelmshaven und zeigt den Weg durch die Fahrwasser (Tonnen- und Prickenwege) nach Varel und Dangast. Es leuchtet 21 Seemeilen bis auf die Nordsee.
Im Jahre 1966 wurde das Leuchtfeuer an das Stromnetz angeschlossen, zwei Jahre später automatisiert und der letzte Leuchtturmwärter ging in den verdienten Ruhestand.Man kann dem Leuchtturm „Arngast“ wahrlich nicht absprechen, ihn auf den ersten Blick nicht als diesen zu erkennen. So wurde er 2003 in das Verzeichnis der Kulturdenkmale / Baudenkmale eingetragen. Und wer dieses Leuchtfeuer aus der Nähe betrachten möchte, hat die Möglichkeit mit einem Schiff zu fahren oder bei Ebbe einen Marsch von 7 Stunden unter kundiger Führung durch das Watt auf sich zu nehmen. Festes Schuhwerk ist angeraten, um Schnittverletzungen durch Muscheln vorzubeugen.

Bild © Thorsten Solmecke

Bild © René Menges | www.Foto-Menges.de