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Leit-, Quermarken- und Orientierungsfeuer

[von Beate Geisler]
Der Leuchtturm Mellumplate, so sagt man, hat seinen Namen von einem Schloss, dass sich auf der Insel Mellum befand. Von dieser Insel ist heute nur noch ein Teil – die Alte Mellum – erhalten, der Rest verschwand und wurde zu einer gefährlichen Untiefe für die Schifffahrt in der Weser.
Bereits 1410 ließ die Stadt Bremen eine Bake an der Außenjade, östlich von Wangerooge errichten, und von 1876 bis 1940 warnte das Feuerschiff Minsenersand die Schiffe vor dieser gefährlichen Stelle.
Kurz nach Beginn des 2. Weltkrieges, nämlich zu Weihnachten 1942, wurde dieser viereckige Turm, der ursprünglich als Flakturm erbaut wurde, fertiggestellt: Er sollte einer Art Kaserne mit 40 Mann samt deren Munition und schwerem Geschütz sowie einem Suchscheinwerfer Platz bieten; er war in erster Linie dazu gedacht, angreifende Flugzeuge schon weit vor dem Festland unter Beschuss zu nehmen.
Der Bau dieses Turmes gestaltete sich übrigens nicht so einfach:
Für das Fundament musste ein Caisson (= Kasten für Arbeiten im Wasser, mittels Druckluft wird Wasser aus dem Hohlraum gepresst und man erhält einen Arbeitsraum, der mit einer Luftschleuse verbunden wird) 10m tief in den Meeresboden eingelassen werden – ein Vorhaben, das beinahe einigen Arbeitern das Leben gekostet hätte, da Wasser in die Druckluftkammer stürzte – buchstäblich in letzter Sekunde konnten sie sich retten.
Nach Kriegsende wurden die Geschütze abgebaut, und der Turm - aufgrund seiner strategisch günstigen Position für die Seefahrt - bekam eine neue Laterne und dient seither rein maritimen Zwecken.
Da das Nordseewasser im Laufe der Jahre das wuchtige Bauwerk zu zerstören drohte, verkleidete man den Turm 1968 mit einer rot-weißen Aluminium-ummantelung. 1973 erhielt Mellumplate als erster deutscher Leuchtturm ein Präzisionssektorenfeuer und wurde bei dieser Gelegenheit auf Fernsteuerung umgestellt. Die Wärter verließen den Leuchtturm und kehren nun nur noch für Wartungsarbeiten zurück, und zwar über eine Hubschrauberlandeplattform, die sich über der Laterne des Turms befindet.
Die Bauwerkhöhe des Leuchtturmes Mellumplate beträgt 32 Meter, Feuerhöhe 28 Meter; in der Leuchtfeuerkette des Jade-Fahrwassers ist er heutzutage ein wichtiges Glied für Supertanker.

Bild © Susanne Bokeloh
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Bild © Jörg Nöchel